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Neues von Irie Révoltés

Als ich die Iries vor etwa 10 Jahren das erste Mal im Juz Mannheim sah, wunderte ich mich sehr um den Hype, der damals schon leicht im Anflug war. Da spielten sieben, acht, ich weiß nicht mehr wie viele Schüler auf recht amüsante Weise ihre Instrumente. Besonders der Schlagzeuger fiel auf, der das Tempo wie ein dynamisches Intervall interpretierte. Den übrigen Bandmitgliedern war diese Technik auch nicht unvertraut. Nur die Gesangsabteilung kaschierte diesen Mangel. Das Publikum bestand aus mitgebrachten Eltern, Verwandten und Freunden. Im Vordergrund standen offensichtlich die Partylaune und auch die Texte. Und heute? Nur an Letzteres hat sich nichts geändert: Die Iries spielen auf großen Bühnen vor riesigem Publikum. Benifizpartys, Kundgebungen und Demonstration sind nicht mehr die Bühne, um sich bekannter zu machen, sondern umgekehrt, die Iries funktionieren als Magnet für junge politisch interessierte Menschen.
Mittlerweile kommen die Iries auf über 400 Konzerte in 10 Jahren. Das dritte Album steht kurz vor der Veröffentlichung (27.8.). Auf „Mouvement Mondial“ versammeln sich 17 Stücke, die in gewohnter Manier in Deutsch und Französisch gesungen und gerappt werden. Sie fordern ihre Zuhörer auf solidarisch zu sein, aufzustehen gegen die misslichen kapitalistischen Zustände, outen sich als Antifaschisten von Geburt an und lassen wohl kein Thema der Linksbewegten aus. Musikalisch wird das ganze aus einer Melange von Reggae, Dancehall über Hip Hop bis Ska getragen. Die Kostprobe „Merci“ zeigt mit welcher Leichtigkeit die Iries verstehen, ihre Fans mit ins Boot zu holen und gemeinsam gegen den Strom zu schwimmen.

Über ihre Live-Qualitäten lässt sich nicht wirklich streiten. Die hauseigene Webseite revoltes.tv hat dazu einige Videobeweise (Mighty Sounds, Frauenfeld oder des St. Gallen Open Air). Und auch bei uns werden die Exil-Heidelberger einen, eigentlich zwei Abstecher machen: am 9. Oktober kommen sie in die Halle 02 (Heidelberg) und am 11. Dezember in die Alte Feuerwache (Mannheim), wo die Tour nicht wie 2009 startet, sondern ihr Finale hat. Beide Konzerte sind leider nicht gerade billig. Wenn man jedoch die in der letzten Zeit bekannt gewordenen Finanznöte der Alten Feuerwache berücksichtigt, kann man schon fast von einem Benefizkonzert sprechen. Aber dazu ein anderes Mal…